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Zitate aus und über das Ewige Eis und seine Entdecker
25.10.2006 von polarworld

Zitate aus und über das Ewige Eis und seine Entdecker

Hier entsteht eine Sammlung berühmter Zitate aus der Polargeschichte, über Entdecker oder die Polargebiete selbst.

Arktis

„Je öfter ich in die Arktis fahre, desto mehr ruft sie mich zurück.“
Arved Fuchs, deutscher Polarabenteurer

„Hier draußen (…) Auge in Auge der Natur gegenüberzustehen und seinen Scharfsinn an ihren Rätseln zu erproben, das gibt dem Leben einen ungeahnten Inhalt“
Alfred Wegener über die scheinbar unendliche Weite der Arktis

„Wir müssen es immer ganz präzise haben: Als arktisch gilt ein Gebiet, dessen mittlere Temperatur im wärmsten Monat zehn Grad nicht übersteigt. Oder auch: Die Arktis umfasst eine Landfläche von einer Million Quadratkilometern, das Nordpolarmeer von 14 Millionen Quadratkilometern. So kann man das sehen. Doch die Wahrheit ist: Die Arktis ist ein Gefühl. An jedem Ort ein anderes!“
Markus Lanz, deutscher Fernsehmoderator

Antarktis



Entdecker

Ein Schiff, das im Hafen liegt, ist sicher. Aber dafür werden Schiffe nicht gebaut. (Sprichwort aus England)

Sir Ernest Shackleton:

Für seine berühmte Expedition mit der Endurance (Imperial Trans-Antarctic Expedition, 1914) suchte Shackleton seine Mannschaft auch über eine Stellenanzeige in einer britischen Zeitung, die bis heute in der knackigen Art am Besten sein waghalsiges Abenteuer dokumentiert:

"Men wanted for hazardous journey.
Small wages. Bitter cold.
Long months of complete darkness.
Constant danger.
Safe return doubtful.
Honour and recognition in case of success."

„Männer gesucht für gewagte Reise.
Wenig Lohn. Bittere Kälte.
Lange Monate in kompletter Dunkelheit.
Konstante Gefahr. Sichere Rückkehr ungewiss.
Ehre und Anerkennung im Erfolgsfall.“



„Ein Mann sollte zur größtmöglichen Ehre streben, die er in seinem Leben erreichen kann“

Shackleton zu Beginn seiner Karriere um 1900 an seine spätere Frau Emily



Shackleton hätte auf der Nimrod-Expedition 1908-1909 bereits mit großer Wahrscheinlich den Südpol erreichen können, aber dann wahrscheinlich den Rückweg nicht überlebt. So entschied er sich, nur 180 Kilometer vom Ziel mangels Vorräte und Kraft doch umkehren. Eine bemerkenswert rationale Entscheidung in dieser streng heroischen und patriotischen Zeit des britischen Empires. In Bezug auf das künftige Zusammenleben mit ihm schrieb er seiner Frau, sie möge wohl doch lieber ihn so zurück haben:

„Better a live donkey than a dead lion. (Besser ein lebender Esel als ein toter Löwe.)“



Sir Raymond Priestley, selbst ein bedeutender Entdecker, schrieb nach der Odyssee der Endurance über Shackleton in Anlehnung an sein sagenhaftes Geschick, im Unglücksfall immer das Richtige zu tun:
"For scientific discovery - give me Scott,
for speed and efficiency of travel - give me Amundsen,
but when disaster strikes and all hope is gone,
get down on your knees and pray for Shackleton!"

Es gibt alternative Text-Passagen zu
“but when disaster strikes and all hope is gone,”
nämlich:
“but when you are in a hopeless case and disaster strikes,”
“but when you are in a hopeless situation, when you are seeing no way out,”
”but when you back's against the wall and there's no hope left,”
…get down on your knees…




Discovery-Expedition:

„Wenn einige dieser Experten da oben nicht verunglücken, so nur deswegen, weil Gott Mitleid mit den Verrückten hat.“

Edward Wilsons Kommentar während des waghalsigen Experimentes, auf der Discovery Expedition über dem Rosseisschelf mit einem Ballon aufzusteigen, über die Männer im Ballon (Robert Falcon Scott und Ernest Shackleton).
Es blieb auch bei diesem einmaligen Ballonflug, das Teil nahm schon beim ersten Versuch solchen Schaden, dass es den Rest der Expedition unbrauchbar herumlag.

Shackleton schrieb nach der Ballonfahrt in sein Tagebuch:
„Es ist ein einzigartiges Gefühl, Land zu erblicken, das noch kein menschliches Auge zuvor gesehen hat.“
Bei Scott und Shackleton war dies der Beginn der Besessenheit für das ewige Eis…




Roald Amundsen
«Hier bin ich also - das Pendant des Fliegenden Holländers, verdammt zur lebensgefährlichen Fahrt im Eismeer.»




Als Amundsen den Pol erreicht hat, stellt er nüchtern und sachlich fest:

„Das Ziel war erreicht und die Reise zu Ende. Ich kann nicht sagen – obgleich ich weiß, dass es eine viel großartigere Wirkung hätte – dass ich da vor dem Ziel meines Lebens stand. Dies wäre doch etwas zu sehr übertrieben. Ich will lieber aufrichtig sein und gerade heraus erklären, dass wohl noch nie ein Mensch in so völligem Gegensatz zu dem Ziel seines Lebens wie ich bei dieser Gelegenheit. Die Gegend um den Nordpol – ach, ja zum Kuckuck – der Nordpol selbst hatte es mir von Kindesbeinen an angetan und nun befand ich mich am Südpol! Kann man sich etwas Entgegengesetzteres denken?“



„Das Ganze sei wie ein Tanz gewesen“, war das Erste, was Amundsen sagte, als die Polgruppe nach Framheim zurückkehrte.
„Von Verlusten, Gefahren und großen Strapazen haben wir nichts zu berichten.“ Selbstverständlich hatte der mehr als drei Monate dauernde Marsch durch unbekanntes und klimatisch extremes Gelände all dies enthalten. Aber es war nicht der Rede wert, sofern das Ziel erreicht wurde. In dieser anspruchsvollen Form von Bescheidenheit drückt sich auch eine Angst aus, eigene Schwächen zu offenbaren.

Zitat aus
„Amundsen – Bezwinger beider Pole, Eine Biographie“ von Tor Bomann-Larsen, Mare Buchverlag (2007), Hamburg, ISBN 978-3-86648-068-1
Kapitel II Das Spiel um den Südpol, Seite 205/206




In Melbourne wird Scott mit einem Telegramm aus Oslo überrascht mit den schlichten und knappen Worten:
„Erlaube mir mitzuteilen, dass die Fram zur Antarktis fährt. Amundsen.“




Fridtjof Nansen

„Was Menschen in die Polargebiete trieb, war die Macht des Unbekannten über den menschlichen Geist. Sie treibt uns zu den verborgenen Kräften und Geheimnissen der Natur, hinab in die unermesslich kleine mikroskopische Welt und desgleichen hinaus in die unerforschten Weiten des Universums. Sie lässt uns keine Ruhe, bis wir den Planeten, auf dem wir leben, von der tiefsten Tiefen des Ozeans bis zu den höchsten Schichten der Atmosphäre kennen.“




Robert Falcon Scott.

Auszug aus Scotts Tagebuch:
„Had we lived I should have had a tale to tell of the hardihood, endurance and courage of my companions which would have stirred the heart of every Briton.“
„Hätten wir weitergelebt, könnte ich eine Geschichte erzählen über Kühnheit, Ausdauer und Mut meiner Gefährten, die das Herz eines jeden Engländers bewegt hätten. Diese groben Notizen und unsere toten Körper müssen nun die Geschichte erzählen.“

Scotts Tagebuch endet mit den Worten:
„For God’s sake look after our people. R. Scott.“
„Um Gottes Willen kümmert euch um unsere Leute (i. e. Hinterbliebenen). R. Scott.“



„Abgesehen von einer einzigen Ausnahme, Nelsons Tod in der Stunde des Sieges, gab es nichts, was als dramatischer empfunden wurde“
Die britische Presse zum Tod von Scott



”There was a time before our time,
It will never come again,
When the best ships were wooden ships
But men were iron men”
Stephen Vincent Benet (Amerikanischer Schriftsteller 1898-1943)



“Whoever shows me a hero, then I show you a tragedy!”
“Wer mir einen Helden zeigt, dem zeige ich eine Tragödie!“

F. Scott Fitzgerald (Amerikanischer Schriftsteller 1896 – 1940)
Wir meinen, ein vortrefflich passendes Zitat zu Robert Falcon Scott.



Nach dem Tod von Scott und seiner Polgruppe errichteten die Männer hoch über dem Basislager auf einem Hügel, wo heute um Scotts Hütte herum große internationale Forschungsstationen betrieben werden, ein großes Holzkreuz. Eingeritzt sind die fünf Namen der Toten und die letzte Zeile eines Gedichtes: “To strive, to seek, to find, and not to yield“
(“zu streben, zu suchen, zu finden und nicht aufzugeben“)

Tho' much is taken, much abides; and tho'
We are not now that strength which in old days
Moved earth and heaven, that which we are, we are;
One equal temper of heroic hearts,
Made weak by time and fate, but strong in will
To strive, to seek, to find, and not to yield.

Obwohl uns viel genommen ist, bleibt viel;
und obwohl wir nicht mehr jene Kraft sind
die in alter Zeit Himmel und Erde bewegte,
sind wir, was wir sind, -
gleichartig im Wesen, mit heldenhaften Herzen,
geschwächt von Zeit und Schicksal, doch stark im Willen
zu streben, zu suchen, zu finden und nicht aufzugeben.

Lord Alfred Tennyson (1809-1892), aus „Ulysses“ (1833)

Die Mutter des Dichters war übrigens eine Schwester von Sir John Franklin.




Lawrence Oates
„Ich gehe mal raus und bleibe vielleicht ein Weilchen…“
(“I am just going outside and may be some time!”).

Henry Bowers
„Um Deinetwillen, liebe Mutter, würde ich gerne durchkommen. Das Ende war für mich friedvoll, denn es ist nur ein Schlaf in der Kälte.“

Scott über Bowers:
"als sich die Probleme über uns zusammenbrauten, leuchtete sein unerschrockener Geist sogar noch heller und er blieb bis zum Ende fröhlich, hoffnungsvoll und unbezwingbar".

Bowers als Kind in einem Brief an die “die Einwohner von Wilkes Land” in der Antarktis:
“Lieber Eskimo, eines Tages werde ich Dich besuchen kommen – bitte erzähle mir von Deinem Land, Dein Henry“

Anders als Scott hat Bowers nicht die Kraft und das Talent, sich für künftige Legende heroisch zu verabschieden. Sein Brief an seine geliebte Mutter fällt eher leise aus:
„Um Deinetwillen, liebe Mutter, würde ich gerne durchkommen. Das Ende war für mich friedvoll, denn es ist nur ein Schlaf in der Kälte.“




Für weitere Zitate oder Korrekturen oder Ergänzungen bitte uns schreiben – dankefein!


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